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<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc n="20735"><titleStmt><title>Henrik Steffens an Ludwig Tieck</title><editor><persName role="Herausgeber der Website"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Herausgeberin der Website"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Implementierung Backend/Frontend der Website"><forename>Sandra</forename><surname>Weyand</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="User Experience / Grafisches Design"><forename>Michael</forename><surname>Lambertz</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Projektübergreifende technische Koordination"><forename>Radoslav</forename><surname>Petkov</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Thomas</forename><surname>Burch</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName></editor><respStmt><orgName ref="https://www.uni-mainz.de/">Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</orgName><orgName ref="http://kompetenzzentrum.uni-trier.de">Kompetenzzentrum - Trier Center for Digital Humanities</orgName><resp ref="https://www.briefe-der-romantik.de/team">Mitwirkende</resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition/></editionStmt><publicationStmt><publisher><persName role="Herausgeber"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname></persName><persName role="Herausgeberin"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname></persName></publisher><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 4.0 DE)</licence><ab type="edition">Korrespondenzen der Frühromantik</ab><ab type="state">Einmal kollationierter Druckvolltext ohne Registerauszeichnung</ab></availability><date when="2025-09-15"/><idno type="url">https://www.briefe-der-romantik.de/letters/view/20735</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl n="carrier1"><title>Briefe an Ludwig Tieck. Ausgewählt und hrsg. von Karl von Holtei. Band 4. Breslau 1864, S. 56–57.</title></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc ref="https://www.briefe-der-romantik.de/letters/view/20735"><correspAction type="sent"><persName key="7247" ref="https://d-nb.info/gnd/118617109">Henrik Steffens</persName><placeName key="4324" ref="https://d-nb.info/gnd/4106217-6">Tharandt </placeName><date when="1801-07-22">1801-07-22</date></correspAction><correspAction type="received"><persName key="7138" ref="https://d-nb.info/gnd/12989432X">Ludwig Tieck</persName><placeName key="13" ref="https://d-nb.info/gnd/37172-5">Dresden</placeName></correspAction></correspDesc></profileDesc></teiHeader><facsimile><graphic n="1" decls="carrier1" url="https://www.briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-09om-0.jpg"/><graphic n="2" decls="carrier1" url="https://www.briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-09om-1.jpg"/></facsimile><text><body><div><p><hi rend="weight:bold">Tharand</hi>, d. 22. Jul. 1801.<lb/><hi rend="weight:bold">Theuerster Freund!</hi> <lb/>Da das Wetter Ihnen kaum erlauben wird, sobald hier hinauszukommen, auch mir in Tharand gefangen hält, so muß ich nothwendig ein Mittel ersinnen, mir wenigstens, so gut es gehen will, von ihrem Treiben und von dem Befinden ihrer Familie kurze, jedoch gründliche Nachricht zu verschaffen. Ich kenne in der That nichts grausameres, als einen Mantel in solchem Wetter zu behalten, und schicke Ihnen daher den Ihrigen, mit dem verbindlichsten Dank (<hi rend="family:Courier">NB.</hi> Lebensart) zurück. – Auch drey Strausfedern folgen hiermit. Bitte mich gehorsamst ein paar Volksmärchen aus, welche richtig, nachdem ich sie consumirt habe, wieder zurückgeschickt werden sollen. <lb/>Uebermorgen erhalten Sie einen <hi rend="weight:bold">cabbalistischen</hi> Aufsatz. Mein Genius hat mir wieder angesprochen und mir – wahrlich sonderbare Dinge von 1–2–3–5 aus 7 zu 3–7 aus 2 zu 5 – das vernünftige Decimal- und das mystische Duodecimalsystem entdeckt. Ich glaube, daß sie selbst sich ergözen werden über das <hi rend="weight:bold">Zählen</hi> der Natur – das bedeutender ist, als man glaubt. – Ich werde recht zum Schreiben getrieben und bin jetzt, natürlich, nur wenig gestört. Wie wünschte ich bey Ihnen zu seyn. – Vieles würde sich in Gesprächen leicht entwickelt, was mir jetzt entgeht. –<lb/>Sie können – <hi rend="weight:bold">alle Tage</hi> – mit der Botenfrau, die diesen Brief bringt – ein paar Zeilen nach Tharand spediren. –<lb/>Diesmahl bitte ich mir wirklich aus, daß Sie mir mit ein paar Zeilen schreiben: wie Sie und Ihre Familie sich befindet: ob Gustav noch krank ist.<lb/>Grüßen Sie die Madem. Hanna, Dorothea, Elisabeth Reichard, und sagen Sie Ihr, daß mein Genius mich ihre Hand im Traume gezeigt hat, daß ich ihr ganzes zukünftiges Schicksal kenne und – daß Sie erstaunen wird – so wenig hilft es sich zu sträuben. – Ich freue mich darauf die Hände, die ich nicht sehen darf, wenigstens mit zugemachte Augen, küssen zu dürfen.<lb/>Leben Sie wohl und grüßen Sie Ihre Frau recht sehr.<lb/><hi rend="weight:bold">Steffens</hi>.</p></div></body></text></TEI>
